Der Blick zurück

Das Gut Wulksfelde blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Das prächtige Gutshaus stammt aus dem 19. Jahrhundert, doch schon viel früher wurden an diesem Ort Landbau und Handwerk betrieben. Aber der Reihe nach...

 

Bis zum Jahr 1588 gehören die Güter Borstel und Jersbek unter Jasper von Buchwaldt zusammen. Nach seinem Tod kommt es zu Erbstreitigkeiten, woraufhin sie geteilt werden. Hans von Buchwaldt erbt das Gut Jersbek, zu dem der Hof Jersbek mit den Dörfern Wulksfelde, Rade, Bargfeld, Elmenhorst, Nienwohld und „die Stegen“ sowie einige in der Gemarkung liegende Bauernstellen gehören.

Die Bauernfamilien des Dorfes Wulksfelde werden 1662 vertrieben und es entsteht ein Meierhof zur Erweiterung der Milchwirtschaft.

Um 1700 etwa erfolgt der Bau einer Wassermühle. Papiermacher nehmen ihr Handwerk auf und verwenden als Grundmaterial Lumpen aus der Stadt Hamburg. Das hergestellte Papier und den Karton transportiert man auf Schiffen Alster abwärts.

1771 werden das Gut Jersbek und seine verschiedenen Meierhöfe, darunter auch Wulksfelde, einzeln versteigert. Von da ab ist Wulksfelde ein eigenständiges Gut.

Anfang 1800 wird eine Kattunfabrik (Stoff-Fabrik) gebaut. Bedruckte Stoffe gerieten damals schnell in Mode.

1821 wird der Unternehmer Georg Uhrlaub Gutsherr in Wulksfelde. Er richtet im Verwalterhaus eine Schnapsbrennerei ein. Getreide und Kartoffeln liefern die Grundlage für den Genever, den er in Flaschen der gutseigenen Glashütte abfüllt. Als Grundmaterial der Glashütte finden Scherben aus der Stadt Hamburg Verwendung. Die Flaschen werden mit Weiden aus dem Alstertal umflochten und nach Übersee verschifft. Ebenfalls zu dieser Zeit entsteht auch eine Braunbierbrauerei in Wulksfelde.

Im Jahr 1860 baut Uhrlaub das Gutshaus in seiner heutigen Form. Um 1875 werden dann mit dem Tod des Unternehmers die Brennerei stillgelegt und die Glashütte abgebrochen. Wechselnde Gutsherren bewirtschaften in der Folge das Gut Wulksfelde.

Bis 1898 nutzt Gutsherr H. A. Wessely die Alsterschifffahrt, um Brennmaterial über den Fluss in die Stadt zu transportieren. Zwei Jahre später, im Jahre 1900, erwirbt der Fabrikbesitzer Hermann Lamprecht das Gut. Er lässt es von einem Pächter mit etwa 40 Hofarbeitern bewirtschaften.

1924 vermacht die Witwe Marie Lamprecht Gut Wulksfelde dem "Rauhen Haus". Graf von Schweinitz führt als Pächter den Hof von 1927-1932 und orientiert sich dabei an den Grundlagen der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise.

1933 erwerben Carl Fritz Günther und sein Neffe Hermann Féaux de Lacroix das Gut Wulksfelde und bewohnten das Herrenhaus bzw. das Kavalierhaus rechts vom Herrenhaus. Sie modernisieren und rationalisieren den Hof und machen ihn zum landwirtschaftlichen Musterbetrieb.

1966 schließlich kauft die Stadt Hamburg das Gut zusammen mit 690 ha Land und richtet ein Jahr später im Gutshaus eine Schule für Verwaltungsangestellte ein. Der Hof wird im Auftrag der Stadt von einem Verwalter bewirtschaftet.

Im Jahr 1989 beschließt der Senat der Stadt Hamburg, die 260 ha landwirtschaflicher Fläche des Staatsgutes Wulksfelde zu verpachten. Zwingende Auflage ist dabei allerdings, dass die Flächen vom neuen Pächter auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt werden.

Hofladen Gut Wulksfelde

Wulksfelder Damm 15-17
22889 Tangstedt

Telefon: 040 – 644 251 20
Fax: 040 – 644 251 25

hofladen(at)gut-wulksfelde.de

Öffnungszeiten:
Mo. – Sa. 8.00 – 19.00 Uhr

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