Traktor transportiert Rundballen bei der Heuernte auf den Feldern von Gut Wulksfelde im warmen Abendlicht.

Kreislaufwirtschaft: Warum sie uns antreibt

Unsere Landwirtschaft ist der Dreh- und Angelpunkt unseres Hofes. Sie ist das Herzstück und als solches wollen wir sie auch behandeln. Dabei haben wir uns seit 1989 aus voller Überzeugung dem ökologischen Landbau nach Bioland-Richtlinien verpflichtet. Und dieser basiert in großem Maße auf der Kreislaufwirtschaft. Doch was ist das und warum ist sie so wertvoll?

Ein wiederkehrendes Geben und Nehmen

Kreislaufwirtschaft ist ein Geben und Nehmen zwischen Pflanzenbau und Tierhaltung. Beide Bereiche sind eng miteinander verbunden, um natürliche Ressourcen optimal zu nutzen und nachhaltig zu wirtschaften.

Grundlegend bedeutet das: Wir bauen für die Tiere das Futter an und sie liefern uns im Gegenzug wertvollen Dung, den wir als Mist oder Gülle auf die Felder ausbringen. Das funktioniert natürlich nur, wenn das Verhältnis stimmt: Die Menge der Tiere, die wir halten, muss im Verhältnis stehen zu der Fläche, die wir bewirtschaften. Im begrenzten Maße dürfen auch wir im Bioland-Landbau Futtermittel hinzukaufen, doch es gibt klare Grenzen.

Kreislaufwirtschaft weiter gedacht

Das grundlegende Prinzip der Kreislaufwirtschaft zeigt das Schaubild auch nochmal eindrücklich. Wir auf dem Gut Wulksfelde denken es aber noch weiter: Welche Kreisläufe auf unserem Hof lassen sich ebenfalls schließen? Denn genau dieses Prinzip ermöglicht das nachhaltigste Wirtschaften.

Ein gutes Beispiel etwa ist unser Brot. Das Getreide wächst auf Boden, der mit dem betriebseigenen Dünger aus Mist und Gülle fruchtbar gemacht wird. Wir verarbeiten es zu Brot und verkaufen es auf unserem Hof, im Lieferservice und an verschiedenen Vertriebsstellen. Was übrig ist, landet nicht einfach im Müll. Unser Altbrot verfüttern wir beispielsweise auch an unsere Schweine, die sich über Abwechslung freuen. Und auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen sich bedienen. Manches Altbrot wird zu Paniermehl weiterverarbeitet.

Auch die kurzen Wege sind Teil unserer Kreislaufwirtschaft. Viele unserer Produkte verlassen den Hof nur, um direkt wieder zu den Menschen zurückzukehren, für die wir sie angebaut haben. Unser Gemüse wächst auf eigenen Feldern. In der Gutsküche wird es für frische Gerichte verwendet. Das Getreide verarbeiten und verbacken wir hier auf dem Hof, auch die Vermarktung unserer Produkte findet direkt hier statt. Von einem Ort zum nächsten sind es nur ganz kurze Wege. Und wir vermeiden Verpackungen so gut es geht. Ein geschlossener wirtschaftlicher Kreislauf, bei dem Regionalität an oberster Stelle steht.

Schaubild des geschlossenen Nährstoffkreislaufs im ökologischen Landbau: Tierhaltung, Pflanzenbau, betriebseigene Futtermittel, organischer Dünger sowie pflanzliche und tierische Produkte gemäß EU-Öko-Verordnung
Mähdrescher bei der Getreideernte auf einem Feld nahe Gut Wulksfelde an einem sonnigen Sommertag, mit goldenem Getreide und Baumreihe im Hintergrund.

Für unsere Landwirtschaft. Für unsere Lebensmittel. Für die Zukunft.

Kreislaufwirtschaft ist für uns kein einzelner Prozess und kein Versprechen auf dem Papier. Sie ist die Grundlage unserer täglichen Arbeit. Sie zeigt sich in der Art, wie wir unsere Felder bewirtschaften, wie wir unsere Tiere halten und wie wir Lebensmittel verarbeiten und weitergeben. Jeder Schritt ist Teil eines größeren Ganzen.

Was wir heute pflegen, schafft die Grundlage für morgen. Fruchtbarer Boden, gesunde Pflanzen und hochwertige Lebensmittel entstehen nicht zufällig, sondern durch Aufmerksamkeit, Verantwortung und Zeit. Kreislaufwirtschaft bedeutet für uns, diese Zusammenhänge zu verstehen und zu bewahren.

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